Das Wichtigste in Kürze:
Teils verpflichtend: Viele kommunale Fördermittel schreiben eine Pflege in regelmäßigen Abständen vor und können die Fördermittel rückwirkend entziehen. Bei Schäden zahlt meistens der Versicherer nur, wenn die Dachbegrünung regelmäßig gepflegt wurden ist.
Die zwei untenstehenden Bilder sind eine Mischung aus schlechter Planung und fehlender Pflege. Jedoch zeigen diese Extremfälle, dass eine Dachbegrünung sich nicht selbst überlassen werden sollte.
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Bei extensiven Dachbegrünungen ist der Pflegeaufwand gering, aber dennoch regelmäßig und fachgerecht notwendig. Der Pflegeaufwand unterscheidet sich dabei anhand von verschiedenen Faktoren:
Vegetationsentwicklung: Je flächendeckender sich die Vegetation bereits entwickelt hat, desto unempfindlicher ist die Vegetation gegenüber externen Störungen und desto geringer wird der Pflegeaufwand. Besonders pflegeintensiv ist die Fertigstellungspflege, die bei der Begrünung per Ansaat benötigt wird. Hier muss zunächst die Zielvegetation erreicht werden indem das Gründach regelmäßig bewässert wird, Unkraut entfernt wird und ggf. nachgesät wird. Bei der Begrünung mit vorbegrünten DIY-Gründachboxen, oder Vegetationsmatten entfällt diese Fertigstellungspflege.
Begrünungsziel: Pflegemaßnahmen hängen primär von dem Begrünungsziel ab. Sollte ein bestimmtes Erscheinungsbild mit speziellen Pflanzenarten forciert werden, ist ein höherer Aufwand notwendig, als wenn es grundsätzlich "nur" grün bzw. bewachsen sein soll. Wenn du ein 365 Tage perfekt blühendes Dach haben möchtest, kann es notwendig sein dein Dach monatlich, oder sogar wöchentlich zu pflegen und zu bewässern.
Lokalität: Der Pflegeaufwand ist z.B. in Waldnähe mit angrenzenden hohen Bäumen durch Samenflug höher als in der Stadt.
Pflanzenauswahl: Ein Sedum Gründach ist ist pflegeärmer, als eine Kräuter-Sedum Dachbegrünung. Die Kräuter Pflanzen benötigen mehr Wasser und fangen schneller an zu vertrocknen.
Wir empfehlen mindestens eine jährliche Pflege im Frühjahr, bei der das Dach gedüngt, unerwünschter Bewuchs entfernt sowie Kies und Entwässerungseinrichtungen freigehalten werden. Für die Überwinterung sind keine besonderen Maßnahmen erforderlich.
Pflanzen entfernen:
Wie ein Garten ist auch ein begrüntes Dach Teil der Natur und unterliegt somit der natürlichen Entwicklung und Veränderung der Vegetation. Dabei werden anfangs angesiedelte Pflanzenarten wieder verschwinden und sich in Abhängigkeit von u.a. Wasserangebot und Sonneneinstrahlung auch andere als die anfänglichen Pflanzenarten etablieren. Es ist also eine Frage der persönlichen Vorliebe, wie die Dachbegrünung aussehen soll und ob Fremdbewuchs eher als „Unkraut“ empfunden oder als natürliche Anpassung akzeptiert wird.
„Gefährlich“ wird es meist erst, wenn Pflanzenarten sehr dominant werden, andere Pflanzen verdrängen und eine Monokultur entsteht. Ein vielfältig blühendes Dach ist dann nicht mehr gewährleistet. Glücklicherweise kommt dies bei fertigen Dachbegrünungen sehr selten vor. Folgende Pflanzen sollten unter allen Umständen per Hand entfernt werden:

Verblühte Pflanzenteile:
Verblühte Pflanzenteile sind ein normaler Teil des natürlichen Lebenszyklus der Pflanze und erfordern keine Maßnahmen. Pflanzen haben die Eigenschaft, im Frühjahr wieder auszutreiben, auch wenn sie vorher abgestorben oder vertrocknet aussehen.
Reinigung des Kiesstreifens:
Um die Funktion des Kiesstreifens (Brandschutz, Schutz der Dachentwässerung und des Dachrandes) zu erhalten, sollte dieser frei von Bewuchs gehalten werden. Dies ist besonders wichtig, wenn der Kiesstreifen dem Brandschutz dient, z.B. bei angrenzenden Fenstern oder Dachzugängen.
Regenwasserabläufe reinigen:
Sicherheitsrinnen, Kontrollschächte, Dachabläufe etc. sollten von Laub und Pflanzen befreit werden, damit sie einwandfrei funktionieren. Ansonsten führt die erhöhte Wasseransammlung zu einer erhöhten statischen Belastung und zum Absterben der Pflanzen.
Dachbegrünung düngen:
Damit die Sedumpflanzen genügend Nährstoffe erhalten, sollte einmal jährlich - idealerweise im Frühjahr - gedüngt werden. Nährstoffmangel erkennt man an der auffälligen Rotfärbung der Sedum-Pflanzen. 1 kg unseres mitgelieferten Düngers reicht für 40 m² Dachbegrünung. Entsprechend sind 500 g für 20 m² ausreichend. Sollte ein anderer Dünger verwendet werden, gilt als Richtwert, dass mit umgerechnet 5 g Natrium pro m² eines nicht umhüllten Langzeitdüngers gedüngt werden sollte. Wichtig beim Aufbringen des Düngers ist eine möglichst gleichmäßige Verteilung.
Bewässern im Sommer:
Bei einer extensiven Dachbegrünung werden pflegeleichte Pflanzen ausgewählt und im Aufbau der Dachbegrünung ein integrierter Wasserspeicherverbaut. Nach drei Wochen ohne Regen und starker Sonneneinstrahlung ist die Wasserspeicherfunktion in der Regel erschöpft. In diesem Fall ist es empfehlenswert zu gießen, um einem Austrocknen der Pflanzen entgegenzuwirken. Sollten mal einige Pflanzen vertrocknen, dann erholen sie sich mit der Zeit. Besonders Sedumpflanzen sind sehr widerstandsfähig und kommen schnell zurück. Bei Kräuterpflanzen ist häufiger eine Bewässerung empfehlenswert.
Nachpflanzen:
Entstehen Lücken in der Dachbegrünung, z.B. durch Unkrautbeseitigung oder Absterben von Pflanzen, so können diese Stellen einfach neu bepflanzt werden. Dazu können von den etablierten Sedum-Pflanzen einfach Stücke mit einer Länge von ca. 5 cm (ohne Blüte) abgeschnitten und einfach auf die kahlen Stellen gesetzt und leicht angedrückt werden. Für einen guten Erfolg sollte dies am besten morgens oder abends geschehen und die Stelle anschließend intensiv gewässert werden. Idealerweise in den ersten Wochen diese Stellen feucht halten, damit die Sedumsprossen schnell Wurzeln schlagen können.
Rückschnitt (nur bei Kräuter-Sedum Dachbegrünung)
Einmal im Jahr – idealerweise im Februar oder März – sollte die Kräuterpflanzen mit einem Freischneider auf etwa 5 cm zurückgeschnitten werden. Das geschnittene Grünzeug sollte anschließend entsorgt werden. Somit wird neuer Platz geschaffen für neue Austriebe und die Begrünung bleibt langfristig vital.
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